christof söller l

Bei allen Assoziationen zu den Themen der Kunst Christof Söllers bleibt grundlegend, dass er mit jedem Werke aufs Neue der reinen Gestaltung, der Proportion, der Anordnung und der sensiblen Komposition der Komponenten zueinander nachforscht. Natürlich sollen seine Formfindungen tendenziell einen ästhetischen Eindruck hinterlassen. Eben eine Einladung an den Betrachter sich über den dargestellten Gegenstand hinaus mit dem Werk zu beschäftigen, das Evozieren von Schwingungen im besten Fall von Gefühlen zuzulassen. Widersprüchliche oder geheimnisvolle Inhalte befördern den Spannungsreichtum, lassen uns weiter auf die Suche gehen nach Darstellungsformen, die uns herausfordern. Christof Söller selbst wird darüber hinaus noch von etwas anderem angetrieben – nämlich der reinen Faszination an der über den Ton gefundenen Form bzw. am über den Ton gefundenen Objekt.

Während man sich inhaltlich oft dem Leben des Kunstwerks widmet, kann bei Christof Söller dieser so häufig angewendete Titel in seiner Umkehrung auf geradezu polarisierende Weise wirken: Das Kunstwerk als Leben. Das ist äußerst reizvoll, denn kennen wir Keramiken nicht vorrangig als Gebrauchsgegenstand – Keramik hat immer eine Funktion. Man meint, auch in dem Organischen seiner Kunst ist das Leben mit eingeschrieben – als hätten die Plastiken eine Funktion in einem lebendigen Körper.

Christof Söller hat die Natur zum Anlass seiner Kunst genommen. Es sind Röntgenbilder, die seine Erinnerung stützen, jedoch bloßer Anlaß nie Vorbild seiner Kunst werden. In anderen Plastiken verlässt er den Gegenstand vollständig – hier scheint uns das reine Wachsen und Werden als Gegenstand seiner Kunst gegenüberzustehen und fordert unser forschendes Auge heraus. Sehen wir genau hin, werden wir von einem zarten Farbenspiel überrascht sowie von glänzenden und matten Stellen. Mit seiner Kunst werden wir eingeladen mit unseren Gefühlen und Erfahrungen anwesend zu sein und hauchen somit selbst dem Ton ein weiteres Mal Leben ein.

Biografie l

1970 in Koblenz geboren

1993 – 2000

Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Sotirios Michou, Daniele Buetti und Joan Jonas

1997

Studienaufenthalt an der University of California Los Angeles bei Joan Jonas

seit 2006

freischaffend/ Lehraufträge

Ausstellungen l

Auswahl

oszillat, galerie grandel, Mannheim / „Kommunikation in der Kunst“, Kunstverein Heidelberg / „tab two“, Stadthalle Gengenbach / „objekt of time“, Rheinstahlhalle Stuttgart / „Schwarzwaldbild“, Kunstverein Kinzigtal / „Welde Kunstpreis“, Schwetzingen / „GLOBAL PLAYER“, Künstlerhaus Stuttgart / „Natur-Mensch“, St. Andreasberg / „PARADIES?“, Kultur am Kelterberg, Vaihingen / Kulturverein Krumbach / „Keramik der Gegenwart“, Schloss Ludwigsburg / Perron-Kunstpreis der Stadt Frankenthal / „Könnte aber doch“, Württembergischer Kunstverein Stuttgart / Haueisen-Kunstpreis 2019, Zehnthaus, Jockgrim / KUNSTAUFABWEGEN, Kunstpreis Nagold / „Anderswo“, Atelierhaus Stuttgart

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weinmann@galeriegrandel.de