nicole bold l
christof söller l
oszillat l

Malerei l Bildhauerei

11. September bis 13. November 2021

Es war eine Ausstellung des Stuttgarter Bildhauers Christof Söller und der Malerin Nicole Bold aus dem oberschwäbischen Mittelbiberach. Beide Künstler studierten in den neunziger Jahren an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Über zwanzig Jahre nach ihrem erfolgreichen Studium wurden Bold und Söller zusammengefunden: diese Dialogausstellung in der galerie grandel haben die Künstler mit dem Titel Oszillat bezeichnet. Nur vermeintlich existent, befördert diese Wortschöpfung Assoziationen zu Gebieten der Neurologie, der Geografie, der Geologie, der Biologie, der Physik und der Chemie. Gleichsam verstehen die Künstler die Verwendung des Kunstbegriffs Oszillat als Konzentrat aus den verschiedenen Gedankenbrücken in die Natur und damit zu allem Lebendigen.

Und tatsächlich verbindet Bold und Söller in dieser Ausstellung das Motiv des Lebendigen. Die Bildfindungen von Nicole Bold verweisen sowohl im Abbildungsgegenstand als auch im Titel auf scheinbar in der Natur entdecktes. Dennoch ist die Künstlerin keine Landschafts- oder Stilllebenmalerin. Vielmehr entwickelt Bold aus einem davor und dahinter vager Erscheinungen, die faszinierend tiefenräumliche Wirkung ihrer Malerei.

Wie in der eignen Bewegung erstarrt wirken die plastischen Werke des Bildhauers Christof Söller. Dem toten Material Leben einzuhauchen, diese Illusion hat Söller mit seinen keramischen Plastiken perfektioniert. Von grob schamottierten Steinzeugmassen bis hin zu Porzellan präsentiert sich seine außergewöhnlich organische  Kunst – in Teilen äußerst filigran und damit verletzlich.