nicole bold l

In ihrem Atelier arbeitet Nicole Bold über Wochen gleichzeitig an mehreren Werken. Begegnet ihren Arbeiten jeden Tag aufs Neue. Immer mit veränderten Blick. Was bestimmt diesen Blick, was bestimmt das Weiterarbeiten an ihrer Kunst? Ihre Erfahrungen werden übersetzt zu Emotionen, welche ihren Niederschlag auf der Leinwand finden – jeden Tag wieder – jeden Tag anders – es entsteht ein Mechanismus, der dem Niederschreiben von Tagebucheinträgen ähnelt. Aber dokumentiert sie damit tatsächlich nur die eigenen Emotionen? Mal-Schicht um Mal-Schicht werden diese ja wieder verrätselt, umgedeutet, vertieft oder konkret. Jedes Werk ist somit anfüllt mit Impressionen, die sich im Einzelnen nicht mehr lesen lassen wollen.

Aber genau hier holt Sie uns – die Betrachter – ins Bild. Denn sie hat das Wissen um unsere eigene Sensibilität, kennt das Schaffen von Räumen im Bild in denen wir mit unseren Stimmungen anwesend sein können. Ihre im Werk verdichteten Emotionen werden für uns zur Einladung weitere Erkundungsgänge vorzunehmen. Und mit einer weiteren Eigenschaft ihrer Werke weiß Sie uns zu beschäftigen: ihre Bildgegenstände erinnern an kühles, fließendes, glitzerndes Wasser, manchmal vage an eine weite Landschaft, an Äste mit frischem Grün – frühlingszarte Blätter wiegen uns freundlich aus dem ein oder anderen Werk entgegen.

Eine Malerin die Pflanzen oder Landschaften porträtiert – nein, das ist Nicole Bold sicher nicht. Vielmehr ist es eben jener der Vorgang, den ich oben beschrieb. Sie geht ins Atelier, begegnet ihren Emotionen, Erfahrungen und Erinnerungen, beginnt ein Blatt, ein weiteres – heute ist sie von einer Erinnerung vor die Leinwand gebannt: aus der Erinnerung heraus gemalt, bleiben auch sie nur Andeutungen von Blättern, werden vielmehr zur meditativen immer gleichen konzentrierten Bewegung über die Leinwand – sind kaum noch Blatt – sind Form sind Linie sind Fläche – sind abstraktes Gefüge – können keiner Pflanze mehr gehören.

Indem wir nun den Gegenstand getrost verlassen können, entdecken wir mehr als zuvor die Wirkung der manchmal lasierend – manchmal verdichtet aufgetragenen  Farbflächen, welche in ihrem gegenseitigen Hin-durch-lassen eben nicht nur unterschiedliche Bildebenen bilden, sondern Räume schafft. Die geschaffene Vielschichtigkeit wird zu Tiefe, wird zur Einheit, wird zum Widerspruch und damit zur Spannung.

Durch ihre sinnliche Komposition an unterschiedlichsten Bildkomponenten gelingt es Nicole Bold etwas, was sich nur mit Abstraktion darstellen lässt: die Lebendigkeit der Natur selbst.

Biografie l

1969 in Überlingen am Bodensee geboren 

1990 bis 1998
Malereistudium und Aufbaustudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Meisterschülerin bei Prof. Peter Chevalier

1994 bis 1998
Germanistikstudium an der Universität Stuttgart

1996 bis 1998
Lehrauftrag für Radierung an der PH Ludwigsburg

Öffentliche Sammlungen l

Kunstsammlung des Landes Baden-Württemberg / Regierungspräsidium Freiburg / Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz / Museum Biberach / Städtische Galerie Tuttlingen / Kunstverein Bad Saulgau / Kunstsammlung der Oberfinanzdirektion Stuttgart / Kunstsammlung des Landkreises Tuttlingen / Stadt Tuttlingen / Sammlung der Kunst- und Kulturstiftung Schloss Donzdorf / Stadt Donaueschingen / Galerie Lände / Stadt Kressbronn / Kunstsammlung der SparkassenVersicherung Mannheim / Kunstsammlung der Kreissparkasse Biberach / Kunstsammlung der Kreissparkasse Ravensburg / Kunstsammlung der IG Metall Frankfurt / Kunstsammlung der BW Bank Göppingen / Kunstsammlung der BW Bank Stuttgart / Kunstsammlung der Sparkasse Singen-Radolfzell / Kunstsammlung des Technologiezentrums Tübingen-Reutlingen

Preise und Stipendien l

1997
Förderpreis »Junge Kunst« der Stadt Konstanz
Preis der Freunde der Akademie

1998
Eduard-Bargheer-Stipendium

2020/21
Stipendiatin der Stiftung Bartels Fondation
Zum Kleinen Markgräflerhof, CH-Basel, Atelier in Basel

Ausstellungen l

Austellungen (Auswahl aus den letzten fünf Jahren)

2021

»Oszillat« galerie grandel, Mannheim (mit Christof Söller)
»mit den Augen verreisen 2« Galerie Pamme-Vogelsang, Köln (E)
»Marrakech ist fern – der Himmel umso näher« Galerie h6, Bad Waldsee (E)
»Mutation« Galerie Pamme-Vogelsang, Köln
»Übergang« Galerie h6, Bad Waldsee (E)
Kloster Sießen, Bad Saulgau (E) Galerie im Alten Bau, Geißlingen an der Steige (mit Christof Söller)
»Form und Freiheit. Von der Figur zur Abstraktion« Städt. Wessenberg-Galerie, Konstanz
»durchblick|e|« KV BC im Museum Biberach
»30 Jahre Kunstverein March«, March bei Freiburg
Stiftung Bartels Fondation, Basel, Schweiz (E/K)

2020
»mit den Augen verreisen« Galerie Pamme-Vogelsang, Köln (E)
»plug in«, Künstlerbund Baden-Württemberg in Berlin
»Offenes Atelier«, Kulturamt Biberach, Mittelbiberach
»Entdeckt!«, Galerie Pamme-Vogelsang, Köln
»durchblick|e|« KV BC im Museum Biberach
»release und Kunst. Jahresgaben 2020«, Stuttgart (K)

2019
»luftgewurzelt«, Kunstverein Wesseling (E/K)
»Fäden des Lichts«, pro arte Stiftung, Biberach (E/K)
»Summer Special«, Galerie Pamme-Vogelsang, Köln
»Offene Ateliers«, VBKW Region Oberschwaben, Mittelbiberach
»Donaueschinger Regionale 2019«, Donaueschingen (K)
»15 Jahre Kunst auf Schloss Donzdorf«, Donzdorf

2018
»von außen ist die Welt ganz nahe«, Galerie Pamme-Vogelsang, Köln (E)
»und morgen?«, Museum und Galerie Lände, Kressbronn (E/K)
»Experimentelle 20«, Schloss Randegg (K)
»ab jetzt immer«, TTR Reutlingen (E)
»Zeitreise«, Städtische Wessenberg-Galerie, Konstanz
»Summer Special«,Galerie Pamme-Vogelsang, Köln

2017
»taufrisch«, Neuer Kunstverein Regensburg e.V. (E)
»wenig bewölkt«, Galerie Oberlichtsaal, Sindelfingen (E)
»LICHTKUNSTLICHT«, Kunstverein Biberach, e.V.
»Wasser«, Museum Biberach
»Warum so eilig?«, Kunstverein Kronach (E)
»morgens riecht das Gras immer frisch«, Galerie im Petrushof, Obermarchtal (E)
»überwiegend wolkenlos«, Galerie im Kornhaus, Leutkirch (E)
»Summer Special«, Galerie Pamme-Vogelsang, Köln

2016
»vivace«, Galerie Thron, Reutlingen (E)
»Nicole Bold und Kathrin Wächter«, Galerie Grashey, Konstanz (E)
»just painting«, Galerie Brötzinger Art, Pforzheim (E)
»Sparkling«, Kunstverein Das Damianstor Bruchsal e.V. (E)
»Für einen Augenblick lässt die Zeit uns los«, Städtische Galerie Schloss Donzdorf (E)
»Flora magica«, Städt. Galerie Fähre, Bad Saulgau
»Die Kunst zu Handeln«, Künstlerbund BW, Galerie Thron, Reutlingen (K)

+49 160 8249 824

weinmann@galeriegrandel.de