AKTUELLE AUSSTELLUNG

marcus günther l
gefilde l

Malerei

ab dem 11. Juni

Marcus Günther l Mär l 2025 l Öl auf Leinwand l 95 x 80 cm

Marcus Günter l Invasion l 2024 l Öl auf Leinwand l 95 x 80 cm l 5.250 Euro

Marcus Günther l Die Obhut l 2024 l Öl auf Leinwand l 95 x 80 cm l 5.250 Euro

Marcus Günther l Mär l 2025 l Öl auf Leinwand l 95 x 80 cm l 5.250 Euro

Marcus Günther l Aktivierung l 2025 l Öl auf Leinwand l 95 x 80 cm l 5.250 Euro

Gefilde – erste Betrachtung
Die Bilder in Gefilde entstehen dort, wo Gewissheiten brüchig werden. Sie betreten kein bekanntes Terrain, sondern eröffnen Zonen des Übergangs – zwischen Erinnerung und Erfindung, Beobachtung und Begehren, Sichtbarkeit und Entzug.
Aus disparaten Fragmenten verdichten sich Bildwelten, die keiner linearen Ordnung folgen. Figuren, Landschaften und Zeichen erscheinen wie Relikte einer Wirklichkeit, die sich fortwährend verwandelt. Sie sind weder Symbole noch Erzählungen; sie existieren als autonome Präsenz, als Ereignisse im Raum des Bildes.
Malerei wird hier nicht als Darstellung verstanden, sondern als Möglichkeit, Wirklichkeit neu zu organisieren. Das Bild ist kein Fenster zur Welt, sondern ein eigener Ort – ein Terrain, auf dem sich Wahrnehmung, Erinnerung und Imagination begegnen und gegenseitig durchdringen. Bedeutung entsteht nicht vor dem Bild, sondern in der Bewegung des Blicks.
Der Titel Gefilde verweist auf diese offenen Landschaften des Denkens und Sehens. Auf Räume, in denen das Vertraute seine Konturen verliert und das Fremde eine unerwartete Nähe gewinnt. Die Arbeiten suchen nicht nach Antworten. Sie kultivieren den Zustand des Suchens selbst – als ästhetische Praxis und als Form der Erkenntnis.
Was sich zeigt, bleibt unabschließbar. Ein Echo innerer Landschaften. Eine Spur. Eine Möglichkeit. Ein Bild, das nicht erklärt werden will, sondern erfahren.

Gefilde – zweite Betrachtung 
Mit der Ausstellung Gefilde präsentiert Günther aktuelle Gemälde, in denen Malerei als Ort der Erinnerung, Imagination und Transformation erfahrbar wird. Ausgehend von fotografschen Fragmenten, alltäglichen Beobachtungen und inneren Bildern entwickelt der Künstler vielschichtige Kompositionen, in denen sich unterschiedliche Realitätsebenen überlagern und neu formieren. Vertraute Motive erscheinen in unerwarteten Zusammenhängen und eröffnen Bildräume, die zwischen Traum, Wahrnehmung und Vorstellung oszillieren.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Malerei selbst – nicht als Abbild einer vorgefundenen Wirklichkeit, sondern als eigenständiger Raum des Denkens und Sehens.
Figuren, Landschaften und architektonische Versatzstücke werden aus ihren ursprünglichen Kontexten gelöst und zu offenen visuellen Gefügen verdichtet. Bedeutung entsteht dabei nicht durch eindeutige Erzählungen, sondern im Zusammenspiel von Form, Farbe und Assoziation.
Der Titel Gefilde verweist auf mentale Landschaften und innere Territorien, auf jene Zwischenräume, in denen Erinnerung, Traum und Gegenwart ineinander übergehen. Die Gemälde bewegen sich bewusst an den Rändern des Fassbaren. Sie machen das Vertraute fremd und das Fremde vertraut, ohne ihre Ambivalenz aufzulösen.
So versteht sich Gefilde als Einladung, Malerei nicht als Darstellung, sondern als Erfahrungsraum zu begegnen: als offenes Feld, in dem Wahrnehmung, Vorstellung und Bedeutung immer wieder neu ausgehandelt werden. Die Werke eröffnen keine Gewissheiten, sondern Möglichkeiten – und fordern dazu auf, sich auf die produktive Unbestimmtheit des Bildes einzulassen.

Statements des Künstlers Marcus Günther zu seiner Ausstellung Gefilde in der galerie grandel.